Presse Rote Linie

Hier finden Sie die Presse-Ansprechpartner*innen der Trägervereine und die aktuellen Pressemitteilungen zur Rote Linie-Demonstration.

Zentraler Ansprechpartner ist der Leiter der Demonstration:

Dirk Jansen
c/o BUND NRW e.V.
Merowingerstraße 88, 40225 Düsseldorf
T. 0211 / 30 200 5-22
dirk.jansen@bund.net

Weitere Ansprechpartner*innen des Trägerkreises:

  • Julia Dittmann, Klima-Allianz Deutschland, T. 030 / 780 899 514, julia.dittmann@klima-allianz.de
  • Sebastian Scholz, Teamleiter Energiepolitik und Klimaschutz des NABU, T. 030 / 28 49 84-16, Sebastian.Scholz@NABU.de

Aktuelle Pressemitteilungen

 

„Rote Linie gegen Kohle“ – Klimaschutzverbände stellen Protestaktion am Tagebau Hambach vor

Pressekonferenz zur Roten Linie (Foto: R. Behrens)

Kerpen-Manheim, 17.08.2017 | Unter dem Motto „Klima schützen – Wald retten – Bagger stoppen“ rufen die großen deutschen Klimaschutz- und Umweltverbände zu einer Demonstration am Braunkohlentagebau Hambach auf. Am 26. August wollen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die BUNDjugend, Greenpeace, die Klima-Allianz Deutschland und der Naturschutzbund Deutschland eine „Rote Linie gegen Kohle“ ziehen. Zu der Aktion werden mehrere tausend Teilnehmer erwartet. Die Initiatoren der Demonstration haben heute vor Pressevertretern auf einem BUND-Grundstück im geplanten Braunkohlentagebau Hambach ihre Planungen erläutert.

„Wir wehren uns gegen alle Versuche, den legitimen und friedlichen Protest gegen den Klimakiller Braunkohle zu kriminalisieren“, sagte der Demonstrationsleiter Dirk Jansen. „Bis hierhin und nicht weiter ist die Botschaft, wenn wir uns im Gebiet des geplanten Tagebaus mit unserer Menschenkette zwischen die Braunkohlenbagger und den Hambacher Wald sowie die bedrohten Dörfer stellen.“ Von der mehr als zwei Kilometer langen Menschenkette vom Hambacher Wald über das BUND-Grundstück im Tagebauvorfeld nach Kerpen-Manheim erhoffen sich die Aktivisten ein buntes, friedliches aber unüberhörbares Signal für den Klimaschutz. Eine Abschlusskundgebung in Kerpen-Manheim und ein anschließendes Straßenfest beschließen den Aktionstag.

„Kohle muss im Boden bleiben“
„Deutschland ist dabei, seine selbstgesteckten Klimaziele krachend zu verfehlen. Nur mit einem konsequenten, gesetzlich verankerten Kohleausstieg kann die Bundesregierung das Pariser Klimaabkommen umsetzen“, ist Greenpeace-Sprecher Tim Petzoldt überzeugt. „ Mit der Rote-Linie-Aktion setzen wir ein Zeichen gegen die dreckige Braunkohleverstromung und machen damit deutlich: Die Kohle muss im Boden bleiben, nur so können wir den Klimawandel stoppen.“

Zu den Initiatoren der Demonstration gehört auch die Klima-Allianz Deutschland, ein Bündnis aus über 110 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Kirche, Jugend, Verbraucherschutz und Gewerkschaften. Richard Brand, von der Evangelischen Kirche im Rheinland, Mitglied der Klima-Allianz Deutschland, fordert einen schnellen Kohleausstieg: „Jetzt ist es dringend geboten, einen planvollen und sozialverträglichen Braunkohlenausstieg auf den Weg zu bringen. Was für uns eine Frage des Lebens- und Wirtschaftsstils ist, ist für die vom Klimawandel betroffenen Menschen in anderen Erdteilen bereits eine Frage des Überlebens.“ Auch die Braunkohlereviere, die Beschäftigten und die vom Tagebau Betroffenen bräuchten endlich Klarheit.

Hambacher Wald retten
Von der „Roten Linie“ soll aber nicht nur ein Signal für den Klimaschutz ausgehen. Den Demo-Initiatoren geht es auch um die Rettung des von den Braunkohlenbaggern bedrohten Hambacher Waldes. „Jeder Quadratmeter dieses einzigartigen und eigentlich streng geschützten Lebensraums ist es wert, gerettet zu werden“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. Vom einst mehr als 4.100 Hektar großen Wald sind trotz der Zerstörung durch die Braunkohlenbagger noch immer große Bestände mit streng geschützten Tierarten wie der Bechsteinfledermaus vorhanden. Die Restbestände der Eichen-Hainbuchenwälder gehören noch immer zu den flächenhaft und qualitativ hochwertigsten Vorkommen dieses Lebensraumtyps in der ganzen atlantischen Region Deutschlands. „Deshalb hat der BUND bereits 2015 Klage gegen die Fortführung des Tagebaus Hambach von 2020 bis 2030 eingelegt. Weitere Klageschritte bereiten wir derzeit vor“, so BUND-Chef Sticht. Auch gegen die von RWE beantragte Zwangsenteignung des BUND-Grundstücks im Tagebaufeld will der BUND juristisch vorgehen.

Am 18. August startet zudem das von der BUNDjugend organisierte camp for [future] in unmittelbarer Nähe der geplanten Roten Linie. Das Camp richtet sich mit einem vielfältigen Bildungs- und Aktionsangebot an junge Menschen ab 16 Jahren, die sich für Zukunftsthemen wie Klimaschutz, Feminismus, Migration oder Wirtschaft interessieren.“ Mit einer Fahrraddemo am Kohletagebau und der Menschenkette wollen wir ein starkes Zeichen für den Klimaschutz und das Ende der Braunkohle setzen“, sagte Camp-Organisator Malte Stocker. „Mit unserem Zukunftscamp leisten wir einen wichtigen Beitrag gegen die Politikverdrossenheit und für demokratische Prozesse.“ Der Versuch von Politik und Kommunen, das Camp im Vorfeld zu verhindern, stößt deshalb auf Unverständnis.
Dass die „Rote Linie“ von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragen wird, dokumentiert auch der breite Kreis der Unterstützer. Neben Bürgerinitiativen und Verbänden gehören dazu beispielsweise auch verschiedene Parteien.

 

Rote Linie gegen Kohle – Verbände rufen zu Demonstration am Braunkohlentagebau Hambach auf

Düsseldorf, 27.07.2017 | Unter dem Motto „Klima schützen – Wald retten – Bagger stoppen“ rufen die großen deutschen Umweltverbände zu einer Demonstration am Braunkohlentagebau Hambach (Rheinland) auf. Am 26. August wollen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die BUNDjugend, Greenpeace, die Klima-Allianz Deutschland und der Naturschutzbund Deutschland eine „Rote Linie“ gegen die Kohle ziehen. Zu der Aktion werden mehrere tausend Teilnehmer*innen erwartet.

„Mit der ‚Roten Linie‘ stellen wir uns schützend vor den Hambacher Wald und die betroffenen Dörfer. Unsere Linie ist ein Symbol für die Grenze der gefährlichen Erderwärmung, die nicht überschritten werden darf und zugleich für die Grenze des Abbaus der Kohle“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf zur Demonstration. Die Verbände fordern einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg und die aktive Gestaltung des Strukturwandels. Die Braunkohlenreviere, die Beschäftigten und die vom Kohlebergbau Betroffenen bräuchten endlich Klarheit über das Ende der Kohleförderung. Nur so könnten auch Konflikte sozialgerecht und friedlich gelöst werden.

Gleichzeitig kritisieren die Organisatoren, dass die Demonstration in der aktuellen Debatte und Berichterstattung in der Region nach den Ausschreitungen anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg in ein falsches Licht gerückt wird: „Hambach ist nicht Hamburg“ – betonen die Veranstalter. Wenn jetzt versucht werde, den legitimen und legalen Protest gegen die Braunkohle von vorneherein zu kriminalisieren, gefährde man das grundgesetzlich geschützte Demonstrationsrecht. „Gerade jetzt vor der Bundestagswahl möchten wir ein starkes Zeichen setzen gegen die aktuelle Politik, die der Kohle den Vorrang vor möglichen Alternativen sichert“, so der Trägerkreis der Roten Linie. Energiewendeland und gleichzeitig Kohleland zu sein, das passe nicht zusammen.

Die Aktion „Rote Linie gegen Kohle“ hat bereits eine lange Tradition im Rheinischen Revier – in den vergangenen Jahren haben sich Tausende Bürger*innen an dieser friedlichen Protestform beteiligt. Am 26. August werden viele rot gekleidete Menschen auf der alten Trasse der Autobahn A 4 die deutliche Botschaft aussenden: „Bis hierhin und nicht weiter!“ Die Versammlung wurde bei der Polizeibehörde in Aachen angemeldet. Zur Demo-Strecke gehört auch ein Grundstück des BUND, dessen Zwangsenteignung die RWE Power AG beantragt hat. Die Abschlusskundgebung findet in dem zum Abriss bestimmten Ort Kerpen-Manheim statt. Mit einem anschließenden Straßenfest geht die Versammlung zu Ende.


Mehr Infos:

2017_07_31 BUNDhintergrund Hambacher Wald
BUND-Hintergrund: Hambacher Wald retten – Bagger stoppen! Juli 2017