Begrüßung
Zukunft statt Braunkohle
am 23. September 2006 in Pulheim,
Dirk Jansen, BUND
Sehr verehrter Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Medien, nach diesem stimmungsvollen Intro des Chors der Grundschule Bachstraße in Pulheim – der Gewinnerin des 1. Preises im Wettbewerb „Energiesparende Grundschule“ der Energieagentur NRW – heiße ich Sie im Namen des Aktionsbündnisses „Zukunft statt Braunkohle“ hier in Pulheim herzlich willkommen. Besonders freue ich mich, heute auch unsere Gäste aus Tschechien, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und dem Rest der Republik begrüßen zu können. Mein herzliches Willkommen gilt auch den heute hier anwesenden Landtagsabgeordneten und v.a auch unseren renommierten Referenten Dr. Franz Alt, Dr. Stefan Hagemann, Dr.-Ing. Manfred Fischedick und Dr. Hermann Scheer sowie allen Vortragenden des Nachmittags. Eine besondere Freude ist es für mich, dass Frank Schätzing die Schirmherrschaft über diese Veranstaltung übernommen hat.
Meine Damen und Herren, der Klimawandel ist längst keine abstrakte Gefahr mehr, sondern er ist real: Hitzerekorde und so gen. Jahrhunderthochwasser, Wirbelstürme und Artenschwund sind unübersehbare Zeichen dafür, dass wir Menschen durch die bisherige Form der Energieerzeugung und -verschwendung unsere natürlichen Lebensgrundlagen gravierend beeinträchtigen. Die Schäden gehen längst in die Milliarden; den Hitzesommern fallende Tausende – v.a. ältere Menschen – zum Opfer. Die Braunkohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger. Jede zur Stromgewinnung genutzte Tonne Braunkohle ist für die Freisetzung von einer Tonne des Klimagases Kohlendioxid verantwortlich. In Ost und West trägt die Nutzung der Braunkohle mit dem Ausstoß von jährlich etwa 150 Millionen Tonnen CO2 maßgeblich zum deutschen Beitrag am anthropogenen – dem von uns Menschen gemachten - Treibhauseffekt bei. Dazu kommen die großflächige Verwüstung unserer heimischen Kultur- und Naturlandschaften und dauerhafte Eingriffe in den Gewässerhaushalt. Angesichts der realen Bedrohung durch den Klimawandel ist es umso unverständlicher, dass trotzdem in Ost und West neue Braunkohlentagebaue aufgeschlossen und neue Klimakiller-Kraftwerke gebaut werden. Vor unserer eigenen Haustür sind der im Sommer erfolgte Aufschluss des Tagebaus Garzweiler II und der Bau der beschönigend BoA – Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik – genannten Wolkenmaschinen erschreckende Bestätigung dieser „Nach uns die Sintflut“-Politik. Es ist also höchste Zeit, umzusteuern und eine energiewirtschaftliche Zukunft ohne Braunkohle einzuleiten.
Eine solcherart zukunftsfähige Energieerzeugung zu erreichen hat sich das Aktionsbündnis „Zukunft statt Braunkohle“ zum Ziel gemacht. Als wir uns hier in Pulheim im Herbst 2005 auf Initiative des Aktionsbündnisses Stommelner Bürger „Leben ohne BoA“ ( - Willi Robertz sei für dieses Engagement herzlich gedankt -) trafen, waren wir ein kleines Grüppchen, das die Idee für dieses Bürgerforum entwickelte. Mittlerweile ist daraus ein bundesweites Aktionsbündnis erwachsen. Neben dem BUND, Greenpeace und dem NABU sind alle großen deutschen Umweltverbände und zahlreiche lokale oder regionale Bürgerinitiativen und mit ihnen etwa 1,5 Millionen Menschen Teil des Aktionsbündnisses. Wir hoffen, dass von dieser Veranstaltung ein unüberhörbares Signal ausgeht. Ein Signal für eine Energiepolitik, welche die Ressourcen schützt, den Erhalt unserer Lebensgrundlagen sichert und damit v.a. auch uns Menschen nützt. In diesem Sinne wünsche ich uns spannende Vorträge, anregende Diskussionen und inspirierende Ergebnisse.
Bevor ich Ihnen noch einige organisatorische Hinweise gebe, freue ich mich nun auf die Grußworte. Herr Bürgermeister Dr. Morisse, Sie haben das Wort. |
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